Ursprünglich wurde die Stammzellentherapie bei Leukämie, also Blutkrebs, eingesetzt. Mittlerweile gibt es allerdings viele Therapien, bei denen man heute Stammzellen einsetzt.

Woher nimmt man die Stammzellen?

Bei Spenden für die Knochenmarktransplantation wurden ursprünglich die Stammzellen aus dem Becken des Spenders entnommen. Heute wird meistens Spenderblut verwendet, ohne dass der Spender dafür in Narkose gelegt werden muss. Bei Babys konnte man auch Stammzellen aus der Nabelschnur entnehmen. Es gibt sogar Leute, die die Nabelschnur oder die Plazenta einfrieren ließen, damit man im Falle einer Erkrankung Stammzellen hätte. Dank der Entdeckung der iPS-Zellen ist dies heute nicht mehr erforderlich.

Geschichte der Stammzellentherapie

Die erste erfolgreiche Knochenmarktransplantation fand 1957 statt und wurde von dem Arzt E. Donnall Thomas durchgeführt. Das Knochenmark gilt als die Quelle für das Blut.

1998 konnte man das erste Mal Stammzellen aus einem Embryo isolieren. James Thomson hieß der Arzt, der dies vollbrachte. Diese Stammzellen lösten in der Folge eine Flut wissenschaftlicher Forschungen zur Stammzellentherapie aus.

2006 wurden erstmals die induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) entwickelt. Dafür gab es 2012 den Nobelpreis für Shinya Yamanaka. Diese Technik löste das ethische Problem, aus Embryonen Stammzellen zu entnehmen.

iPS-Zellen sind Stammzellen, die sich praktisch uneingeschränkt vermehren und in jeden Typ von Körperzellen ausreifen können. Diese iPS-Zellen können selbst aus Hautzellen gewonnen werden.

Was haben Stammzellen und Kortison miteinander zu tun?

Es gibt Autoimmunerkrankungen, die nur mit Kortison unter Kontrolle gebracht werden konnten. Das Problem beim Kortison sind allerdings die Nebenwirkungen. Darum wurde in den letzten Jahren zu Autoimmunerkrankungen und Stammzellen intensiv geforscht.

Kortison kann Symptome unterdrücken, aber nicht heilen – Stammzellen sollen hier wie ein Resetknopf die Autoimmunerkrankung heilen.

Bei welchen Erkrankungen sollen nun Stammzellen zum Einsatz kommen?

Geforscht wird bei rheumatischer Arthritis und zum Beispiel bei Hashimoto (Schilddrüsenerkrankung). Stammzellen können die Entzündung hemmen. Zudem können sie das Immunsystem modulieren, wodurch Gewebe regeneriert wird. Bei Arthrose gibt es bereits eine vielversprechende 80-prozentige Erfolgsquote für die Gelenke, womit Patienten auch um eine Gelenkprothese drumherumkommen können.

Auch im Bereich der Stammzellentherapie und Stammzellenforschung arbeiten Mediziner und die Pharmaindustrie eng zusammen.

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Bildquelle; KI generiert

Quellennachweis: Stammzellen bei Osteoporose und Arthrose