Lego Serious Play (LSP) ist nicht einfach Spielen mit Klemmbausteinen für Erwachsene. Was es genau ist und was es bringt, wollen wir hier erläutern.

Was ist Lego Serious Play® (LSP)?

Lego Serious Play ist eine moderierte Workshop-Methode, bei der Teilnehmer mit Lego-Steinen Modelle bauen, um komplexe Probleme zu lösen.

Wie soll Lego® bei Erwachsenen da funktionieren?

Der Kern ist die Theorie der Hand-Denken-Verbindung: 70 % der Nervenenden sitzen in den Händen. Die Theorie geht davon aus das:

Es geht nicht um Spiel, sondern um strategische Modellierung.

Welches Grundproblem löst LSP in der Pharmaindustrie besonders gut?

Wie in jedem Unternehmen gibt es eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Abteilungen. Die Verknüpfungen der einzelnen Abteilungen untereinander kann zum Beispiel sehr plastisch dargestellt werden.
Auch die Probleme der einzelnen Abteilungen mit anderen Abteilungen wird so gut erkenntlich. Dazu verstehen einzelne Fachexperten ausgehend von ihrem Fach manchmal unter dem gleichen Slogan, ganz unterschiedliche Dinge.
Gerade aber in großen Unternehmen ist das gemeinsame Ziel wichtig.

Zudem gibt es unbewusste Annahmen, die nie hinterfragt werden. LSP löst dies durch 100 % Teilnahme: Alle bauen ihre Antwort, Bilder ersetzen vage verbale Aussagen, und es entsteht eine gemeinsame Sprachbasis. Zudem schafft die Fokussierung auf das Modell (nicht auf die Person) psychologische Sicherheit und damit weniger Rechtfertigungsdruck.

Wie hilft LSP konkret bei der Strategieentwicklung?

Antwort: Bei der Entwicklung einer Strategie in einem großen Unternehmen sind viele Abteilungen beteiligt. Von der Forschung bis zum Marketing, der Herstellung oder der Qualitätssicherung bis zum Finanz- und Rechnungswesen. Oft arbeiten diese Abteilungen nebeneinander her. Im LSP baut jede Gruppe ihr Modell der Herausforderungen. Im gemeinsamen Landschaftsmodell werden plötzlich Lücken sichtbar: „Hier fehlt eine Verbindung zwischen Phase-II-Daten, der Softwareabteilung und der Idee was das Medikament kosten darf.“ Oder: „Diese Säule steht auf nichts – unser primärer Endpunkt ist nicht klar genug definiert.“ So entstehen konkrete Zukunftsszenarien, die baubar und damit veränderbar sind.

LSP in der Pharmaindustrie bei Team-Alignment und Konflikten?

Eine der Hauptnutzen des LSP ist Konfliktlösung. Unterschiedliche Annahmen werden sichtbar und abgeglichen. Ein Beispiel: Das Qualitätssicherungsteam baut ein Modell mit vielen stabilen, aber isolierten Türmen (jeder Prozesschritt ist einzeln perfekt). Die klinische Entwicklung baut ein Modell mit flexiblen Verbindungen (schnelle Anpassungen sind nötig). Beide sehen sofort den Gegensatz zwischen Stabilität und Agilität. Statt sich in Diskussionen zu verlieren, fragen sie: „Wie bauen wir eine Landschaft, die beides vereint?“ Das ist kreative Problemlösung auf Basis geteilter Modelle, nicht persönlicher Vorwürfe oder Unverständnis für die Position einer anderen Abteilung.

Wo liegen die spezifischen Anwendungsfelder von LSP in der Pharmaindustrie?

Es gibt vier Hauptfelder:

Erstens Strategieentwicklung – etwa die Frage, ob man eine eigene Vertriebsmannschaft aufbaut oder kooperiert.

Zweitens Identifikation von Stillstand – Wo im Unternehmen fehlen Verbindungen? Was stützt nichts?

Drittens kreative Problemlösung bei festgefahrenen Fragen, z. B. wie man eine verzögerte Lieferkette wieder in Fluss bringt.

Viertens tiefe Reflexion – statt schneller Antworten geht es um das Durchdenken von Zusammenhängen, etwa bei der Risikoabwägung für ein neues Produkt. In allen Fällen ersetzt LSP keine harten Daten, aber es macht die oft unsichtbare Logik hinter Entscheidungen sichtbar.

Was ist der größte Unterschied zwischen einem klassischen Pharma-Workshop und einem LSP-Workshop?

Klassische Workshops laufen meist nach dem Muster: Präsentation, dann offene Diskussion, dann Flipchart mit To-dos. Dabei gewinnen die lautesten Stimmen, und viele Annahmen bleiben unausgesprochen. Ein LSP-Workshop zwingt alle, ihre Gedanken in ein dreidimensionales Modell zu übersetzen. Das verlangsamt bewusst – aber genau das ermöglicht tiefe Reflexion. Am Ende steht kein Protokoll mit 20 Punkten, sondern ein gemeinsames Landschaftsmodell des Problems oder der Organisation. Dieses Modell kann im Raum stehen bleiben, verändert, weitergebaut werden. Es ist ein lebendiger Gegenstand, den alle verstehen, weil alle ihn gebaut haben.

Lego Serious Play® ist:

Reflexion anstelle schneller Antworten Zusammenhänge müssen durchdacht werden.

Team-Alignment damit unterschiedliche Annahmen sichtbar werden.

Neue Sichtweisen auf festgefahrene Fragen.

Wo fehlen Verbindungen? Wo liegt ein Stillstand vor?

Konkrete Zukunftsszenarien baubar machen und damit Strategien für die Zukunft von morgen entwickeln.

Psychologische Sicherheit durch das es nicht um Personen geht, sondern um Modelle. Es entsteht kein Rechtfertigungsdruck.

Sie benötigen Inhouse-Schulungen? Auch dies ist möglich und dabei in unterschiedlichen Bereichen in der Pharmaindustrie. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.

Lernen Sie Lego Serious Play in Ihrem Unternehmen anzuwenden.