Paracetamol erblickte 1878 das Licht dieser Welt. Allerdings wurde es erst 1953 für die breite Masse als Schmerzmittel auf den Markt gebracht. Aspirin ist 20 Jahre älter, kam jedoch früher als Paracetamol in die Apotheken. Ibuprofen dagegen ist noch ein Baby und kam erst 1969 auf den Markt und ist erst seit 1983 rezeptfrei erhältlich.
Paracetamol an Autismus schuld?
Kurze und knappe Antwort – nein! Kein Forscher hat je einen Zusammenhang zwischen Autismus und Paracetamol gefunden. Paracetamol gilt gerade in den USA als das Schmerzmittel der Wahl bei schwangeren Frauen. Keine Studie konnte je belegen, dass Paracetamol ein Problem für den Embryo darstellt.
Autismusspektrum – warum nehmen die Fälle zu?
Autismus ist nicht einfach „eine Diagnose“, Autismus ist ein Spektrum mit ganz unterschiedlichen Auswirkungen für den Betroffenen. Ganz leichte Fälle ermöglichen allgemein ein ganz normales Leben. Genau diese leichten Fälle wurden früher überhaupt nicht diagnostiziert. Heute ist die Bevölkerung aufgeklärter und Eltern und Ärzte diagnostizieren häufiger, ob ein Autismus vorliegen könnte oder nicht. Früher gab es einfach eigenartige Kinder und alle anderen, heute werden bereits Kleinkinder getestet.
Wer mehr Tests durchführt, findet auch mehr Fälle. Wer auch leichteste Fälle testet, erhöht natürlich auch die Anzahl der Menschen, die ins Spektrum fallen oder fallen könnten. Früher wurden nur die auffälligsten Fälle getestet. Heute kann man ab dem 18. Monat testen, allerdings wird Asperger meist erst im Kindergarten oder der ersten Klasse entdeckt. Kinder mit dem Asperger-Syndrom fallen größtenteils überhaupt erst spät auf und manche werden erst als Erwachsene diagnostiziert.
Wann die Diagnose Autismusspektrum gestellt werden kann, ist also auch eine Frage der Schwere des Syndroms. Paracetamol hat damit nichts zu tun!
Allerdings vermutet man einen Zusammenhang zwischen schwerem Autismus und dem Alter der Eltern. Es gibt jedoch auch hier noch weitere Faktoren, die zum Tragen kommen können und die nichts mit dem Alter der Eltern zu tun haben.
Nebenwirkungen von Paracetamol
Paracetamol hat geringe Nebenwirkungen. Unter die Nebenwirkungen können Magenbeschwerden und Übelkeit oder allergische Reaktionen fallen. Wer es mit der Dosis übertreibt, kann langfristige Leberschäden davontragen. Dafür muss man aber die empfohlene Tagesdosis von 4 g langfristig überschreiten.
Paracetamol gilt als sehr gut verträglich, insbesondere wird es bei leichten Schmerzen und Fieber empfohlen. Allerdings bezahlt das verträgliche Paracetamol damit, dass das Medikament nicht entzündungshemmend wirkt. Dies im Vergleich zu Aspirin und Ibuprofen.
Im ersten Drittel einer Schwangerschaft darf es, gemäß den Angaben des Herstellers, verwendet werden. Grundsätzlich gilt: In der Schwangerschaft Medikamente nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt einnehmen.
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Quelle: euronews