Warum die GMP so wichtig ist, aktuell am Beispiel von Babymilch!

Internationale Regelwerke und andauernde Kontrollen begleitend mit entsprechenden Protokollen sind langfristig nicht nur in der Pharmaindustrie wichtig.

Am Beispiel von verunreinigter Babymilch sieht man wohin mangelnde Kontrolle führen kann.

Was war der Babymilchskandal 2025/26?

In Babymilch, die ab dem ersten Tag der Geburt an Babys abgegeben werden fand man Spuren vom Giftstoff Cereulid. Dies natürlich nur dann, wenn man danach suchte.

Nestle zog seine Produkte im Januar nach den Feiertagen zurück. Danone folgte und Lactalis. Zwei Wochen später auch Aptamil.

Pikant, die ersten Spuren von Cereulid im Babypulver fand man schon ende November in den Niederlanden. Nestle fand zwar in den Niederlanden Cereulid in seiner Babymilch, benötigte aber über sechs Wochen um weltweit seine Babynahrung zurückzuziehen. Nestle fand das Gift auch nicht zufällig oder durch eine Routinekontrolle, sondern nach dem Tod eines Säuglings in Frankreich.

Woher kam das Gift in der Babymilch?

Das Gift kam durch verunreinigte Arachidonsäure (ARA) aus China in die Babynahrung. ARA ist eine vierfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure die für die Gehirnentwicklung benötigt wird und vor allem in tierischen Produkten und Fisch vorkommt.

Der Körper kann ARA in geringen Mengen durch Linolsäure selber bilden. Da sie von den Zellen benötigt wird, gehört ARA in geringen Mengen zu den essenziellen Fettsäuren.

Das hitzestabile Gift Cereulid kam durch das Bakterium Bacillus cereus, welches natürlich im Boden vorkommt letztlich in die ARA und entwickelte sich dann zu Cereulid. Ein Hersteller vertrieb weltweit Arachidonsäure die verunreinigt war.

Welche Folgen hat Cereulid für Neugeborene?

Cereulid verursacht Erbrechen, starken Durchfall und Bauchschmerzen. Wird zu lange auf ärztlicher Hilfe gewartet oder wird zu lange nach der Ursache gesucht, kann es zu Organschäden und Dehydrierung führen.

In schweren Fällen kann es bis zum Tod des Säuglings gehen.

In Frankreich werden jetzt auch andere aktuellere Fälle von Säuglingssterben neu untersucht.

Ein Fall und viele Unternehmen die Rückrufen

Eigentlich leben wir in einer globalisierten Welt. Dies ist grundsätzlich gut und weißt viele Vorteile auf. Einen Nachteil sehen wir allerdings auch, denn es nutzt nichts, wenn man global ist, wenn alle offensichtlich beim gleichen Zulieferer kaufen. Die Globalisierung sollte eigentlich auch Monopolisierung eindämmen.

Nun darf Arachidonsäureöl aus China nur noch importiert werden, wenn es auf den Giftstoff Cereulid getestet wurde. Was grundsätzlich zu begrüßen ist.

Genau solche Dinge zeigen, warum es wichtig ist jeden einzelnen Produktionsprozess und jeden Zusatzstoff sorgsam zu kontrollieren. Die GMP ist keine Schikane sondern garantiert Produktsicherheit für den Kunden, Patienten und den Hersteller.

 

Bildquelle: KI generiert